Klangbehandlungen
Klang ist Medizin.
Behandlungen mit Klängen sind uralte und zugleich neu entwickelte Methoden der Heilung.

Diese Behandlungsmethode bewirkt eine tiefe Entspannung , Belebung und Harmonisierung. Die schwingende Eigenschaft der Klänge erreicht tiefliegende Schichten und vermag ihre Spannungen und Verletzungen zu lösen. Gleichzeitig formen sich durch die Urharmonie der Klänge neue Lebensmuster.

Ich arbeite mit Stimme, mit Berührung und Massage, mit Stimmgabeln und je nach Bedarf mit Klangschalen, Monochord, Tanpura, Gong, Rasseln.

In Stresssituationen, bei seelischen Leiden, zur Stärkung des Immunsystems, als Gesundheitsprophylaxe und zur Revitalisierung von Organen, Knochen, Chakren und Energiebahnen.

Artikel vom SPUREN, Herbst 2009

Tönen

Urtümlich und "unerhört" zugleich: Bei einer Klangbehandlung wird die Klientin singend in neue Räume geführt. Ein Praxis-Besuch bei Regula Gerber.

Von Gabriela Abelovsky

Ganz ruhig nimmt sie meinen rechten Arm, wiegt ihn und beginnt leise zu tönen. Rasch legt sich die erste Aufregung der Begegnung. Sie wiegt und verändert langsam den Ton, der aus ihrem Mund kommt. Sie nimmt mein rechtes Bein, wiegt dieses, ihr Tönen wird lauter, bestimmter. Ein grosses Ausatmen geht durch mich hindurch. Die Klänge beginnen zu variieren, hoch, tief, hoch, sie überpurzeln sich. In meinen Körper kommt Leichtigkeit und Bewegung.
Aus den Tönen sind nun Tonfolgen geworden. Ich kann einen Raum wahrnehmen, der ein Muster, eine Art Ordnung, hat. Gleichzeitig nehme ich meinen Körper als schwer und dicht wahr. Die Schwingungen beginnen eine Art Auseinandersetzung mit meinem Körper. Ich gebe mich ganz dem Erleben hin, bis in weiter Ferne etwas sehr Vertrautes meine Aufmerksamkeit beansprucht: eine Struktur, eine Atmosphäre, die sich wie Heimat anfühlt. Es ist wunderbar. Ich fühle nicht Glück, sondern ganz fest mich selber. Doch, es ist Glück, aber so selbstverständlich. Ein tiefer Friede, lebendig und doch still, überkommt mich.
Es war meine Musiker-Freundin Regula Gerber, die mich zu dieser Klangbehandlung eingeladen hatte. Dass ihre Musik auch heilend eingesetzt werden kann, war mir ob der Innigkeit und dem Berührenden ihrer künstlerischen Arbeit klar. Doch worauf ich mich bei einer Klangbehandlung bei ihr einlassen würde, davon ahnte ich nichts. Während ihrem Lied für mich erfuhr ich einen Klangraum, der etwas zu mir brachte, was mir sehr vertraut ist und mich, mich selbst empfinden liess und lässt.
Irgendwann hörte ich die Worte: "Wenn du dann magst, kannst du dich aufsetzen." Die Wahrnehmung des grossen Raumes um mich herum nahm ab, und ich sah wieder Regula, die neben mir stand, mit der Hand auf meinem Arm. Mein Körper fühlte sich an wie nach einer angenehmen Brandung. Die Welt schien anders, oder ich war anders in der Welt, aber nicht neu, sondern altbekannt, ganz ich. Was war da geschehen? Ein paar Tage später hatten wir die Gelegenheit zum Austausch.

SPUREN: Was hast du eigentlich gemacht?
Regula Gerber: Ich habe mich auf dich eingestellt, eine Struktur wahrnehmen können und gewartet, bis ein einzelner Punkt mich "gerufen" hat. Für diesen Punkt habe ich mit einem Ton begonnen. Die Struktur hat sofort geantwortet und begann, in Bewegung zu kommen. Das ist wie ein Ja von dir, deinem Höheren Selbst oder wie immer du das nennen magst, sich auf einen Prozess einzulassen. Es waren immer wieder neue Strukturen, die sich eröffnet haben. Ich habe die ganze Zeit getönt und dir dabei ganz sanft die Muskeln gelockert, um der Wirkung der Töne nachzuhelfen. Ich hätte auch mit Stimmgabel oder Klangschale arbeiten können, doch es waren Töne, die ich nur singen kann, die es bei dir gebraucht hat.

Was ist deiner Wahrnehmung nach energetisch geschehen?
Ich nahm ein Muster wahr, das aus dem Gleichgewicht war und in eine neue Ordnung gehen wollte. Ich gab einen Ton, und das Muster ist sofort in Bewegung gekommen. Die Bewegung, die entstanden ist, habe ich dann mit weiteren Klängen unterstützt. Ich unterstütze, bis es friedlich wird, bis die Bewegung ihre Ordnung gefunden hat.

Wie weisst du, dass du nichts manipulierst, nicht deinen eigenen Willen hineingibst?
Es braucht grosse Sorgfalt und Respekt vor der Individualität. Eine totale Akzeptanz von dem, was ist. Nicht ich; das göttliche oder das kosmische Prinzip soll wirken. Das ist für mich Liebe. Es entsteht immer ein Zusammenspiel mit dem Menschen, der vor mir liegt.

Wie wirkt Klang?
Mit Klang gerät das Energiesystem eines Menschen in eine harmonisierende Bewegung. Weil dem Klang eine harmonikale Struktur innewohnt. In bestimmten Abständen klingen Obertöne mit und in diesem vollständigen Klang sind Schöpfungsprinzipien enthalten. Es schwingt etwas, das noch nicht Materie ist, eine Harmonie, welche überall in der natürlichen Schöpfung zu finden ist. Deshalb wirkt die Bewegung, welche der Klang anstösst, harmonisierend.
Diese Prinzipien zu lesen und umzusetzen, muss liebevoll geschehen, sei es in einer Klangbehandlung für einen Klienten, in einem Konzert oder beim Tönen für die Natur.

Wie bist du zu dieser Art der Heilbehandlung gekommen?
Schon sehr früh habe ich festgestellt, dass mit Musik bei mir etwas geschieht. Vor allem ist mir das aufgefallen, wenn ich gesungen habe. Nicht Lieder, sondern Töne. Beim freien Tönen habe ich ein In-der-Mitte-Sein, ein Wohlgefühl erlebt.
Ich begann zu experimentieren und erlebte Erstaunliches. Bei zwei Beispielen war die Wirkung von Klang besonders eindeutig. Als ich zum Beispiel Amöben hatte und das Antibiotika einfach nichts nützte, begann ich, ernsthaft jeden Tag etwa zwanzig Minuten für meinen Verdauungstrakt zu tönen. Es war interessant, was da an Energiephänomenen geschehen ist: Ich bekam heiss, hatte immer wieder richtige Schweissausbrüche und Unwohlsein. Nach 2 Wochen war ich amöbenfrei. Als ich das zweite Mal Amöben hatte, nahm ich das Antibiotika gar nicht. Mir war vertraut, wie ich auf diese Parasiten einwirken kann. Ich habe ein einziges Mal eine Viertelstunde lang getönt. Als ich die genaue Frequenz mit der Stimme traf, bekam ich starke Schweissausbrüche, und danach waren die Symptome weg. Tönen balanciert einfach die Energien aus, gibt eine Auflichtung.
Viele Jahre leitete ich Singgruppen. Ich beobachtete, wie sich durch Singen - und vor allem durch Tönen - die Energie der Teilnehmerinnen veränderte. Und was sehr auffällig war, dass ich Übereinstimmungen in den verschiedenen Gruppen erkennen konnte, wenn wir für bestimmte Körperbereiche getönt haben. Auch wenn ich Jahre später mit einer ganz anderen Gruppe für die Knochen gesungen habe, erkannte ich die gleiche glasklare Klangqualität, wie schon bei früheren Gruppen. Es gab frappante Übereinstimmungen der Klangqualitäten.
Da gibt es ein Wissen in der Menschheit um Resonanz, und die Stimme nimmt die entsprechende Klangfarbe an.

Kann ein Klang liebevoll sein?
Klang ist Klang. Die Absicht, wie und wann er erzeugt wird, kann heilen, stören oder sogar zerstören. Wenn ich zum Beispiel merke, auf meinen Ton gibt es beim Klienten keine Resonanz, ändere ich den Modus des Tones. Statt direkt auf eine energetische Struktur einzuwirken umhülle ich sie. Wenn ich merke, dass es jetzt gerade zu viel ist, nehme ich energetisch Abstand.

Ich habe mich in einer Art heilendem Feld gefühlt, das nicht einfach lieb war, sondern ich habe es als sehr kräftiges ich-selbst empfunden.
Harmonie meint in der Klangarbeit nicht nur wohl klingend, scharfe oder auch ganz disharmonische Klänge können einem Prozess oft auf die Sprünge helfen. Je älter ich werde, umso mehr liebe ich Disharmonien, sehe ich Hässliches im Zusammenhang und erkenne oft Schönheit im Ganzen. Doch an den Schluss gehört Frieden. Auch disharmonische Strukturen können in ihre, ihnen innewohnende Eigenbewegung zurückfinden und beginnen dann zu strahlen. Auf eine Art wird etwas heil. Das soll in einer Klangbehandlung geschehen.

Regula Gerber lebt als freischaffende Musikerin, Stimmlehrerin, Stimm- und Klangtherapeutin in Bern. Seit zehn Jahren ist sie auch mit Soloprogrammen unterwegs, 2008 mit Das Lied von der Erde, einer poetischen Musikperformance mit Stimme, Kontrabass, Klingenden Steinen und Klangholz. Zwei Solo-CDs: Dagadu (2000) und Nandri (2006)

www.regulasing.ch